BLOCK BEUYS
im Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Die Auffassung von
Joseph Beuys
zum
Staub
an zwei Beispielen zusammengetragen,
kommentiert und mit einem Gedicht versehen
von
U WE CLAUS
2007
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LAus EMANUEL ECKARDT Ein komischer Heiliger
[...] Vor dem großen, an der unteren Hälfte blinden Fenster, das die ganze Nordwand des Ateliers einnimmt, glüht eine rote Birne, daneben steht ein roter Hase aus Zucker, grau von Staub.
Staub wird Filz", sagt Joseph Beuys.
Offenbar haben wir uns allzu prüfend umgesehen. Hier wird nichts mehr sauber gemacht", sagt er, hier tu' ich nichts mehr, das soll alles dunkel werden, die Wände, die Decke."
Er sagt das wie ein Kranker, der seinen Nachlaß ordnet. Er spricht über den Raum wie über ein Museum. Hier wird er bleiben, wenn er nicht mehr da ist. [...]
Das Gespräch zwischen Joseph Beuys und Emanuel Eckardt fand statt am 16. Juli 1982 in Beuys Atelier, am Drakeplatz 4, in Düsseldorf Oberkassel. Auszüge wurden am 11. Mai 1983 im Magazin »Stern« (Nr.20) veröffentlicht. Durch zahllose Photographien und Filmaufnahmen ist der Atelier- und Wohnraum von Joseph Beuys am Drakeplatz weltberühmt geworden. Hier hatte Beuys immer wieder eigene Werke erstmals präsentiert, auch fanden photographische Ansichten dieses Raumes wiederholt Eingang in sein OEuvre.
In diesem Raum ist Joseph Beuys, am Abend des 23. Januar 1986 seinem zweiten Herzinfarkt erlegen. Er hatte sich gerade einen kleinen Koffer mit noch unerledigter Korrespondenz gepackt, den er am nächsten Morgen mit ins Krankenhaus nehmen wollte, wo ein Bett für ihn frei geworden war. Seiner Frau Eva, die ihren, durch eine interstitielle Pneumonie, geschwächten Mann ins Atelier begleitet hatte, sagte er noch, sie brauchte sich keine Sorgen zu machen, solle alles hier so lassen wie es gerade sei, da er ja bald zurückkommen werde. Er setzte sich auf ein ledernes Sofa und sein Herz hörte auf zu schlagen. In dieser Todesstunde von Joseph Beuys versank auf seinem Weg zur Umrundung der Sonne, der Halleysche Komet tief im Südwesten hinter den niederrheinischen Horizont. Das Atelier von Joseph Beuys wurde nach seinem Tod durch Eva Beuys veräußert und ist nicht mehr erhalten. Dadurch wurde ein, wie ich meine, für die Kunst des 20. Jahrhunderts bedeutender Ort zerstört. Ein Ort, der bei entsprechender Würdigung für spätere Generationen womöglich eine Bedeutung erhalten hätte, wie ihn etwa heute in Frankreich das Atelier von Constantin Brancusi in Montparnasse, Paris aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts genießt, welches Beuys ja mit seiner Frau wiederholt besichtigt hatte.
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II.
Aus einem Gespräch, das Joseph Beuys mit japanischen Museumsmitarbeitern führte, während des Aufbaus der Ausstellung Joseph Beuys" im Seibu Museum in Tokio am Donnerstag, den 31. Mai 1984. Es wurde auf Magnettonband aufgezeichnet durch Louwrien Wijers und transkribiert von U We Claus.
JOSEPH BEUYS: "That is fat, that is butter."
A JjAPANESE WOMAN: "Yes."
JOSEPH BEUYS: "That is butter."
A JAPANESE WOMAN: "And is this mould? Around here, around
the butter?
JOSEPH BEUYS: "No! That is dust."
A JAPANESE WOMAN: "Dust?"
JOSEPH BEUYS: "This is the rest of the ... as I told you already,
this is the rest of butter, a little piece of butter where I made
some potatoes afterwards. After the action of the documenta
[1977 mit Honigpumpe am Arbeitsplatz| , which lasted hundred days.
And if you have an open machine in a space where millions of
people go through, you have a kind of dust on all the objects.
And this - let's say - it came with time. And very often I
keep the time. I hold the time on the objects. Also, the
decay of the objects.
A JAPANESE MAN: "Like Duchamp did ..."
JOSEPH BEUYS: "Right, sure."
A JAPANESE MAN: "... or Da Vinci did."
JOSEPH BEUYS: "Right. Ja, ja!
A JAPANESE MAN: "Ah, this is dust."
JOSEPH BEUYS: "Ja, ja. Also this is another rest from another can.
This is called ...out of the engine room [...aus dem Maschinenraum
1978, ein Weckglas mit (staubigem) Fett. Schellmannverzeichnis 292].
There is also tinned fat in it from the same documenta,
from the same action, which lasted a hundred days [...]
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U WE CLAUS
Ein Morgengrauen in das
die Nacht hereinbrachAm Morgen des 2. Februar 2007
höre ich eine Stimme aus dem Radio.
Es ist die Stimme von James Joyce.
Heute ist sein 125. Geburtstag.
Er liest aus Finnegans Wake."Look,
look, the dusk is growing!"
Doch mir ist, als hörte ich ihn heute etwas anderes sagen."Look,
look, the dust is growing!"
Der große stille Staub,
wie er anwächst über
den Werken der Zeit,
die wir lieben.
Im August 1929 sprach der bereits fast erblindete James Joyce den Schluss des Anna Livia Plurabelle-Kapitels aus Finnegans Wake im Orthologischen Institut in London auf einen Phonographen. Die gehörte Stelle ist FW 213/12-13.
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erstellt am: 09.04.2008
URL: http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinsued/krefeld/nachrichten/krefeld/553552
Krefeld
Für Beuys-Block fehlen 1,5 Millionen
Für die Stadt Krefeld wird es schwierig, den Beuys-Block in Krefeld zu halten. Nach RP-Informationen hat die Kunstsammlerin Helga Lauffs, die ihre Sammlung aus dem Kaiser-Wilhelm-Museum abzieht, den Beuys-Block schätzen lassen. Danach hat er einen Wert von 7,5 Millionen Euro. Nach Informationen unserer Zeitung ist Helga Lauffs bereit, den Block für 4,5 Millionen Euro der Stadt zu überlassen. Das Land soll signalisiert haben, drei Millionen Euro beizusteuern, die übrigen 1,5 Millionen müssten von der Stadt kommen. Das aber wird für die Kommune schwierig, da sie auf Grund ihrer Schulden ein Haushaltssicherungskonzept hat.
Der Beuys-Block ist eines der prominentesten Werke des Künstlers. Fester Bestandteil ist die Installation Barraque D'Dull Odde" aus den Jahren 1961 bis 1967, der Arbeitsplatz eines Wissenschaftlers / Künstlers". Das Schlüsselwerk - einst Beuys' eigener Arbeitsplatz in seinem Atelier in Düsseldorf - besteht aus einem hohen Doppelregal mit Pult und Sitzge legenheit. In diesem Regal hatte Beuys vieles von dem versammelt, was er für seine Aktionen benötigte. Die Sammlung Lauffs hatte das Werk 1971 erworben. Sechs Jahre später kaufte sie eine weitere Arbeit von Beuys, den Fond IV/4", einen langgezogenen Tisch aus Filz-, Eisen- und Kupferplatten. Der Krefeider Beuys baute dann die Barraque im Museum ab und an anderer Stelle wieder auf. Dabei vereinte er sie mit einer Anzahl seiner Werke, die dem KWM gehören. Kann Krefeld das Geld für den Kauf des Beuys-Blocks nicht aufbringen, würde ein großes Vermächtnis von Beuys zerstört.